RÖSSL MOMENTE

Das Leben ist zu kurz, um schlechten Wein zu trinken …

25. Februar 2021

… wie es schon Goethe trefflich formulierte. Auch bei uns im Haus hat die Pflege der Weinkultur auf höchstem Niveau eine lange Tradition. Tief unter der Erde lagern die edlen Tropfen, gut gekühlt in unserem Felsenkeller. Es ist heute kaum vorstellbar, dass dieser im 18. Jahrhundert von Bad Ischler Bergleuten von Hand in den Felsen gehauen wurde. Wenn ich allein dort unten bin und die Regale entlang schreite, stelle ich mir vor, wie es damals gewesen sein muss – und plötzlich vermag ich das dumpfe Klirren der Hämmer jener Tage zu hören. Bei rund 9000 Flaschen und über 400 verschiedenen Weinen, fällt die Auswahl nicht immer leicht. Wir uns ganz der Regionalität verschrieben und setzen auf österreichische Winzer: aus der Wachau, vom Neusiedlersee, aus der steirischen Toscana und neuerdings auch aus Oberösterreich.

Im Weingarten um die Ecke

Schon die Römer erkannten, dass unsere Region geeignete Lagen und Bodentypen für den Weinbau aufweist. Dennoch zählt Florian Eschlböck mit seinem Weingut zu den Pionieren in Oberösterreich. 2008 gründete er den Familienbetrieb in Hörsching, in dem er gemeinsam mit seinem Vater Dieter und seiner Frau Katrin arbeitet. Die Produktlinie „95 Tage“ zeichnet sich durch eine leichte, spritzige und fruchtbetone Note aus. Ein ungewöhnlicher Name für einen Wein, finden Sie? „95 Tage, so lange dauert der Sommer, die Zeit, die den Wein zum Wein werden lässt, kalendermäßig“, erklärt uns Eschlböck. Das Bewusstsein für die Umwelt liegt der gesamten Familie am Herzen, an die Verwendung von Insektiziden und Herbiziden ist nicht zu denken.

Von Gault&Millau gekürt

Wenige Kilometer östlich, in Schlüßlberg, liegt das Weingut Casa Amore, das Quereinsteiger Winzer Armin Kienesberger gemeinsam mit seiner Familie bewirtschaftet. Als einziges Gut in Oberösterreich, wurde es mit dem Bio- und Demeter-Zertifikat ausgezeichnet. Auf einem Anbaugebiet von rund zwei Hektar entstehen die Sorten Müller Thurgau, Sauvignon Blanc, Weißburgunder, Grüner Veltliner, Blauer Zweigelt und Pinot Noir. Vor drei Jahren wurde der Restaurantführer Gault&Millau auf die erlesene Qualität des Weines aufmerksam und verlieh Familie Kienesberger kurzerhand den Sonderpreis „Entdeckung des Jahres“.

Vielleicht habe ich Ihr Interesse geweckt und sie wollen die Kreationen der oberösterreichischen „Newcomer“ ausprobieren. Die Weine von Casa Amore und Eschlböck sind auf unserer Weinkarte zu finden, unsere Sommeliers stehen gern beratend zur Seite. Eine schöne Gelegenheit, die Tropfen in guter Gesellschaft zu verkosten, bietet das Weinkulinarium im Weisen Rössl von 23. – 25. April.

Mich würde es jedenfalls sehr freuen, Sie begrüßen zu dürfen.

Bleiben Sie bis dahin gesund und genießen Sie ein gutes Stück Österreich.

Ihre Rösslwirtin
Gudrun Peter

BRAUCHTUM, RÖSSL MOMENTE

Waltraud Haas – eine Legende

18. Februar 2021

Waltraut Haas – eine bildhübsche Dame, die sich stets gekonnt über die Bühnen bewegte und mit ihrer selbstsicheren Art die Männerdomäne Film in den fünfziger Jahren aufrüttelte. An Popularität gewann zu dieser Zeit das Format des „Heimatfilms“, der der österreichischen Gesellschaft half, über die Traumata des Krieges hinwegzukommen. Zudem wirkte er identitätsstiftend für den gerade selbstständig gewordenen Staat, der seine Kultur danach ausrichten konnte. Karlheinz Böhm, Peter Alexander, Romy Schneider, Christiane Hörbiger und nicht zuletzt Waltraud Haas zählen zu den Filmgrößen jener Zeit. Letztere konnte ich vor einigen Wochen telefonisch erreichen.

Emanzipatorische Tendenzen der Waltraud Haas

Die juvenile Stimme meiner Interviewpartnerin täuscht über ihr langes und ereignisreiches Leben hinweg. Waltraud Haas erinnert sich gerne an die Zeiten, als sie vor rund 60 Jahren die Rolle der Rösslwirtin an der Seite von Peter Alexander spielte. Mit meiner Großmutter Grete Peter verband sie eine tiefe Freundschaft. Haas‘ Auftritt im Rösslfilm war aber keineswegs ihr Filmdebüt: Allein in den Jahren 1954/55 stand das Ausnahmetalent stolze 15-mal vor der Kamera. Wie dieser große Einsatz möglich war, frage ich sie. „Schauen Sie, ich habe so nette Kollegen gehabt, wir haben meist recht hübsch gewohnt und waren dickste Freunde miteinander“, entgegnet die Schauspielerin – ich meine, einen Hauch von Wehmut in ihrer Stimme zu erkennen. Natürlich habe es auch einige wenige Ausnahmen, die sich für ganz groß hielten, gegeben, räumt sie ein. Diesen meist männlichen Kollegen habe sie aber unverzüglich klar gemacht, dass die Rolle der HauptdarstellerIN keineswegs unter den Scheffel gestellt werden dürfe. Als sich Waltraud Haas beim Dreh der Wasserschiszene ganz unverblümt auf Peter Alexanders Sessel setzte, ließ sie sich nicht vom aufgeregten Garderobier zurechtweisen. Als Peter Alexander sich schließlich auf seinen Stuhl setzen wollte und Anstalten machte, die selbstbewusste junge Frau zu vertreiben, reagierte sie mit einem frechen: „Was ich sitze auf Ihrem Stuhl? Ich bitte um Verzeihung“, erhob sich abrupt und wischte den Sessel mit einem Taschentuch ab. Der gekonnte Auftritt führte schließlich dazu, dass sie beide in Lachen ausbrachen und gute Freude wurden. Was für eine schöne Geschichte!

Die Dame, die dem Alter trotzt

Auf die Frage, wie es wäre, die echte Rösslwirtin zu sein, entgegnet Frau Haas, dass sie als junges Mädchen im Gasthaus ihrer Mutter mitgeholfen habe, sich aber einzig und allein zur Schauspielerei hingezogen fühle. Ich sage ganz bewusst fühle, denn die Dame steht mit ihren 94 Jahren nach wie vor auf der Bühne. An der Seite von Sohn Markus, einem Theaterregisseur, singt und spielt sie in Stücken in Wien und Weissenkirchen – und das trotz eines schweren Sturzes, der sie ein wenig schwächte. Denn eines ist sicher: Ein großer Mensch wird dadurch nicht kleiner!

Bleiben Sie gesund und genießen Sie ein gutes Stück Österreich.

Ihre Rösslwirtin
Gudrun Peter

 

RÖSSL MOMENTE

So close, yet so far

11. Februar 2021

Deutsch siehe unten.

I’m going to be honest with you: I miss you all, my dear friends of the Rössl! My longing for closeness and for connection becomes stronger every day. Many of you regularly come and stay with us at Lake Wolfgangsee, and your visits have become a kind of tradition. “I would come, if only I could”, is the despondent answer I usually receive these days. I have thus been wondering how we could maintain a relationship with our guests in this challenging situation. Let’s face it – e-mails and newsletters can never replace face-to-face communication. There is always something missing. I recently came across the idea of a virtual “garden bench“ (Hausbankerl), which I would like to introduce you to.

The “garden bench” (Hausbankerl)

The idea is very simple: We meet up with our regulars in a video call – for chatting and reminiscing, for discovering things we have in common and that affect us. This way, we can indulge in some stimulating conversation, maybe even enjoy a good glass of wine from the “Felsenkeller” together. The virtual “garden bench” symbolises a place of trust and of reflection. You may ask yourself what is in it for you, as you probably spend an inordinate amount of time staring at a screen in these “home office” days. And isn’t the idea a little complicated?

Become part of the project

I can understand your objections, but believe me, it is worth the effort. First of all, I would be genuinely delighted to see you and to find out how you are doing. Secondly, our “garden bench” meetings take place on Zoom in different constellations (2-3 guests + hotel), depending on personal interests. Wine aficionados can chat to our sommeliers, the gourmets among our guests may catch up with our head chef Hermann Poll, those with a sweet tooth can swap tips and tricks with pâtissier Gerhard Spreitzer, who might even reveal the odd secret behind his mind-blowing creations. There will be plenty of time for talking shop and for enjoying some proper conversations that our busy hotel routines often don’t leave enough room for.   And who knows – a connection might also develop between guests who haven’t met in person so far but will seize the opportunity to do so during their next stay with us.

If I have succeeded in kindling your interest, please let me know at marketing@weissesroessl.at. All you need to join in the conversation is a working smartphone, tablet or notebook with an Internet connection. Details on how to join will be forwarded to you.

I would love to see you again on our virtual “garden bench”!

Stay safe and in good health and enjoy a “good piece of Austria!”

Your host at the Weisses Rössl,
Gudrun Peter

In der Ferne nah sein

Ich will ganz offen mit Ihnen sein: Sie fehlen mir, liebe Rössl-Freunde. Meine Sehnsucht nach Verbundenheit und Gemeinschaft wächst mit jedem Tag. Etliche von Ihnen reisen regelmäßig zu uns an den Wolfgangsee, der Besuch ist fast schon zu einer Art Tradition geworden. „Ich würde ja kommen, wenn ich nur könnte“, lautet oft die zaghafte Antwort. So habe ich mich gefragt, wie es uns gelingen könnte, in dieser herausfordernden Situation die Beziehung zu den Gästen aufrecht zu erhalten. Doch Hand aufs Herz – E-Mails und Newsletter ersetzten keinesfalls die zwischenmenschliche Kommunikation. Es fehlt einfach etwas. Vor einiger Zeit kam mir das Konzept des virtuellen Hausbankerls unter, welches ich Ihnen gerne vorstellen möchte.

Das Hausbankerl

Die Grundidee ist denkbar einfach: wir treffen uns in einem Video-Call mit unseren Stammgästen. Gemeinsam kommen wir ins Reden, schwelgen wir in Erinnerungen oder entdecken Dinge, die uns bewegen. Bei einer angeregten Unterhaltung verbringen wir eine nette Zeit, vielleicht sogar bei einem guten Glas Wein aus dem Felsenkeller. Das „Hausbankerl“ symbolisiert dabei einen Ort des Vertrauens und der Reflexion. Jetzt fragen Sie sich vielleicht, welchen Mehrwert Ihnen das Gespräch bietet, wenn Sie in Zeiten von Home-Office ohnehin schon viel Zeit vor dem Bildschirm verbringen. Und ist das ganze Konzept nicht ein wenig kompliziert?

Teil des Projekts werden

Zugegeben, ich kann Ihren Einwand verstehen, doch glauben Sie mir, es lohnt sich. Zuerst einmal freue ich mich wirklich sehr, Sie zu sehen und zu erfahren, wie es Ihnen geht. Unsere Hausbankerl Meetings finden (über Zoom) in unterschiedlichen Konstellationen (jeweils 2-3 Gäste + Hotel) statt, je nach Interesse. So können sich unsere weinaffinen Gäste mit unseren Sommeliers unterhalten, unsere Feinschmecker mit dem Küchenchef Hermann Poll und unsere Dessertliebhaber mit Patissier Gerhard Spreitzer, der die Geheimnisse seiner süßen Kreationen verrät. Endlich einmal bleibt genug Zeit zum Fachsimpeln und für tiefergehende Gespräche, die sich im turbulenten Hotelalltag oft gar nicht führen lassen. Und wer weiß, vielleicht ergibt sich auch mit dem einen oder anderen Teilnehmer ein nettes Pläuschchen und man lernt sich im kommenden Urlaub persönlich kennen.

Wenn ich Ihr Interesse geweckt habe, kontaktieren Sie uns gerne unter marketing@weissesroessl.at. Alles was Sie für das Gespräch benötigen ist ein funktionierendes Smartphone, Tablet oder Notebook mit Internetanschluss. Weiteres erfahren Sie dann persönlich.

Ich würde mich freuen, Sie auf diesem Wege wieder zu sehen.

Bleiben Sie gesund und genießen Sie ein gutes Stück Österreich.

Ihre Rösslwirtin,
Gudrun Peter

 

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